Das Legoland aus der VogelperspektiveAm ersten Juni des Jahre 1973 öffnete ein Hamburger Baunuternehmer mit Hilfe eines beliebten Spielzeugs aus Dänemark einen Freizeitpark an der deutschen Ostseeküste, nahe der dänischen Grenze.

Bekannt als der "Hamburger Baulöwe" plante und errichtete Hans Peter Rüster rund 4.000 Appartements direkt am Sierksdorfer Strand. Auflagen der Landesregierung verlangten jedoch auch für Freizeiteinrichtungen zu sorgen. So entschied sich Rüster in der Nähe seiner Anlage einen LEGO®-lizensierten Freizeitpark zu errichten, und vertraute auf das in Dänemark erfolgreiche Konzept.

Geschäftsführer wurden Carl M. Wenzel, Gründer der heutigen Wenzel Consulting AG, und Paul Bornscheuer, ehemaliger Inhaber des Freizeitpark Verden. Die Vision der 12 Hektar großen Anlage verschlang 30 Millionen Mark, welche zu Teilen von der Kieler Landesbank mitfinanziert wurde.


Zu den wenigen Attraktionen zählten unter anderem die noch aktive Parkeisenbahn, Pony reiten, sowie eine Verkehrsschule mit steuerbaren Fahrzeugen. Noch heute in Betrieb befinden sich die Fahrattraktionen "Kohlraupe" (heute bekannt unter dem Namen "Koggenfahrt"), die "Kanalboote" (die heutige "Blumenmeer-Bootsfahrt") , die Mini-Autos und die Safari-Jeeps. Ein weiteres Vermächtnis des LEGOLAND® an den HANSA-PARK, und damit auch heute noch zu bestaunen, ist die Westernstadt LEGOREDO, welche nun unter dem Namen "Bonanza City" die Blütezeit des fernen Westens zeigt.


Ein Höhepunkt des LEGOLAND® ist das Miniland mit Nachbauten bekannter deutscher Städte, wie Rüdesheim am Rhein oder das niedersächsische Celle. 28 Millionen Bauklötze wurden verbaut, um hier eine kleine, bunte Welt aufleben zu lassen. Und sogar das Lübecker Holstentor fand einen Platz als Nachbildung in direkter Nähe zum Haupteingang. Wer heutzutage im HANSA-Garten genau hinsieht, kann sogar noch die Umrisse des Miniland wieder erkennen.


Doch schon nach drei Jahren musste das LEGOLAND® Sierksdorf seine Pforten schließen. Zum einen verlangte der Spielzeughersteller bis zu 35% aller Umsätze bei Souvenirs und Eintrittsgeldern, an Lizenskosten. Zum anderen sorgte die Ölkrise für rapide steigende Zinserhöhungen. Aber auch das Konzept verfehlte die Interessen der Deutschen. Von den im Eröffnungsjahr erwarteten 1,6 Millionen Besuchern kamen gerade mal 600.000. Der Spiegel schrieb: "Die Erwachsenen langweilten sich in den Kleinstädten, Kinder brachten nicht genug in die Kasse. Rüsters Deutsche Familienpark GmbH wurde liquidiert."