Weißer Kuppelbau hinter grünen Büschen

Die große, weiße Kuppel war in den frühen HANSALAND Zeiten schon vom Weiten zu sehen. Dies lag aber auch an denn noch niedrig gewachsenen Bäumen und Pflanzen, die frisch im Park angelegt waren. Dabei hatte die Erscheinung am anderen Ende des Parkgeländes einen surrealen Eindruck. Seine Anziehungskraft konnte der ungewöhnliche Bau somit besonders gut ausspielen, und die Gäste in sein Innerstes ziehen. Denn dort verbarg sich ein großer Kinosaal mit riesiger gekrümmten Parabol-Leinwand.

Dem Zuschauer soll hier das Gefühl des "Dabei-Seins" vermittelt werden. Die Augen gauckeln den Zuschauern vor, dass man mittendrin im Geschehen ist. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die ersten Filme z.B. eine Achterbahnfahrt mit der Revolution aus dem amerikanischen Freizeitpark Six Flags Magic Mountain und dem Orient Express aus Worlds of Fun zeigten. Generell waren viele Action-Szenen zu sehen, was dem Rundkino zur Eröffnung 1978 den Titel "Action Kino-Show, die Filmsensation aus Amerika" einbrachte. 1979 lautete der Name nur noch "Hansa Film-Show".

Konzeptzeichnung von Menschen vor einem Film von einer Achterbahnfahrt

Die technische Umsetzung beruhte auf 70 mm Filmprojektoren, über welche die hochauflösenden Breitfilme mit einem Weitwinkel-Objektiv auf die Leinwand gebracht wurden. Ein 6 Kanal Stereo-Ton sorgte für den räumlichen Klang. Im Gegensatz zu den damals stark aufkommenden 180 Grad Kinos von Omni Films war der Effekt im Rundkino des HANSALAND eher schwach aufgrund der zu geringen Krümmung der Leinwand. Dafür konnten die Zuschauer auf Stühlen platz nehmen, was für derartige Kinos eher ungewöhnlich war.


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Im Jahre 1982 konnten Gäste zum ersten Mal Trickfilme von Walt Disney im Kino sehen. Die "Große Lachparade" präsentierte Kurzfilme mit Mickey Maus, Donald Duck und weiteren Disney-Figuren als Lückenfüller bis Ende 1988. Hinzu kam eine ausschließlich in der Saison '82 aufgeführten Hunderevue des Künstlers Rodolfo, eine der wenigen Liveshows unter dem Kuppeldach des Rundkino. 1987 lief ebenfalls nur für eine Saison eine Bühnenadaption der gleichnamigen ZDF-Fernsehsendung "Ronny's Pop Show" unter dem Motto "Super-Video-Disco mit Top-Hits". Ein Schimpanse, gesprochen von Otto Waalkes, moderierte durch eine Show, gespickt mit internationalen Musik-Videos sowie Sketch-Filmchen des Affen in verschiedensten skurrielen Rollen. In der folgenden und letzten Saison liefen wieder klassische Rundkinofilme über die Leinwand.

Für die Saison '89 und der neuen Fahr-Sensation "Metroliner" wurde der Kuppelbau vollständig zurück gebaut. Lediglich der Vorführraum und das Fundament des Gebäudes blieben erhalten und dienten als Kontrollraum und Standfläche für den schnellsten Zug auf engstem Radius.


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